Die Grosse 2026: Düsseldorfs größte Verkaufsausstellung ist zurück
Seit mehr als 120 Jahren gehört Die Grosse zu den wichtigsten Plattformen für zeitgenössische Kunst in Nordrhein-Westfalen. Veranstaltet wird die Jahresausstellung vom Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen e. V., der die Schau seit seiner Gründung im Jahr 1900 organisiert. Noch bis zum 9. August sind im Kunstpalast und im NRW-Forum mehr als 300 Werke von 172 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, die alle einen Bezug zu Nordrhein-Westfalen haben.
In diesem Jahr war das Interesse so groß wie nie zuvor. Rund 1.500 Kunstschaffende bewarben sich um eine Teilnahme. Eine siebenköpfige Fachjury wählte daraus 166 Positionen aus. Ergänzt wird die Ausstellung durch Werke ehemaliger Preisträgerinnen und Preisträger sowie Beiträge zum Gedenken an die verstorbenen Künstler Bert Gerresheim und Dieter Süverkrüp.
Rekordzahl an Bewerbungen
Die hohe Zahl der Bewerbungen unterstreicht die Bedeutung der traditionsreichen Jahresausstellung. Nach Angaben des Ausstellungsleiters Dr. Emmanuel Mir entscheidet die Jury ausschließlich nach der künstlerischen Qualität. Inhaltliche Vorgaben gibt es bewusst nicht. Zwei Tage lang diskutierten die Jurymitglieder im Januar über die Auswahl der Werke. Das Ergebnis ist eine Ausstellung, die unterschiedliche künstlerische Positionen und Generationen zusammenführt.
Malerei, Fotografie und Skulpturen im Dialog
Statt die Arbeiten streng nach Gattungen zu ordnen, setzt das kuratorische Team auf thematische Räume. Im Kunstpalast begegnen sich etwa Fotografie und Malerei, während andere Säle durch ruhige Installationen oder offene Hängungen geprägt sind. Im NRW-Forum stehen abstrakte Malerei und Skulpturen im Mittelpunkt. Ergänzt wird die Ausstellung durch drei Außenskulpturen im Ehrenhof. Auffällig ist in diesem Jahr zudem die ungewöhnlich hohe Zahl großformatiger Werke, die die Ausstellungsräume prägen.
Insgesamt sind Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie, Bildhauerei, Installation und Medienkunst vertreten. Das Vermittlungsprogramm umfasst unter anderem Künstlerführungen, einen kostenlosen Audioguide, Angebote für Schulklassen sowie Kooperationen mit Bildungseinrichtungen wie der Alanus Hochschule.
Kunst kaufen und direkt mitnehmen
Die Grosse 2026 ist eine Verkaufsausstellung. Sämtliche ausgestellten Werke können erworben werden. Die Preise reichen von 400 Euro bis 60.000 Euro. Besonders zugänglich ist der Bereich „Das kleine Format“. Dort zeigen Künstler:innen rund 300 kleinformatige Arbeiten zum Preis von bis zu 1.000 Euro. Die Werke können direkt gekauft und sofort mit nach Hause genommen werden. Damit richtet sich das Angebot auch an Menschen, die erstmals ein Originalkunstwerk erwerben möchten.
Förderpreis für Max van Dorsten
Um den Nachwuchspreis können sich alle an der Ausstellung beteiligten Künstler:innen bewerben, die höchstens 35 Jahre alt sind und noch am Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn stehen. Mit dem Förderpreis 2026 wird Max van Dorsten ausgezeichnet. Noch im vergangenen Sommer gehörte er zu einer Gruppe von Studierenden der Kunstakademie Münster, die zur Ausstellung Die Grosse 2025 eingeladen worden war. Während der Pressekonferenz erklärte er, dass seine Arbeiten zwar auf Fotografien basieren, die fertigen Bilder jedoch oft weit von der ursprünglichen Aufnahme entfernt sind. Mehrere Fotos, digitale Bearbeitung und ergänzte Bildelemente verschmelzen zu neuen Bildwelten. Seine Motive entstehen intuitiv und greifen Eindrücke aus Architektur, Natur und dem Stadtraum auf. So entstehen Werke, die zwischen Fotografie und digitaler Bildgestaltung angesiedelt sind.
Den Kunstpreis der Künstler erhält in diesem Jahr Bart Koning. Die Auszeichnung wird seit den 1970er Jahren von einer vereinsinternen Jury für das bisherige künstlerische Schaffen vergeben. Koning gehört seit vielen Jahren zu den prägenden Positionen der Ausstellung und ist auch 2026 mit mehreren Werken vertreten. Seine Arbeiten zählen mit einem Verkaufspreis von bis zu 35.000 Euro zu den hochpreisigsten Exponaten der Schau.
Am Ende der Ausstellung wird außerdem wieder ein Publikumspreis vergeben. Besucher:innen können während der Laufzeit für ihr Lieblingswerk abstimmen. Die Gewinnerin oder der Gewinner wird am 9. August bekannt gegeben.
Kunst erleben statt nur betrachten
Ergänzt wird die Ausstellung durch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Bei den Matinéen stehen sonntags ab 11:55 Uhr Konzerte mit Songs, Chansons und Liedern auf dem Programm. Die Soiréen laden donnerstags von 18 bis 21 Uhr zu Performances, experimenteller Musik und Gesprächen mit Künstler:innen in die Ausstellungsräume ein.
Ein Ticket für das gesamte Haus
Der Eintritt kostet regulär 16 Euro. Seit dem vergangenen Jahr gilt das Ticket nicht nur für die Verkaufsausstellung, sondern für den gesamten Kunstpalast. Besucher:innen können damit auch die Sammlungspräsentation sowie die aktuelle Sonderausstellung The Scharf Collection besuchen.
Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter mehr als 30.000 Besucher:innen. An diese Resonanz möchte die Ausstellung auch 2026 anknüpfen. Die Kombination aus Verkaufsausstellung, Begleitprogramm und dem Zugang zum gesamten Kunstpalast macht den Besuch besonders attraktiv.